Technikgeschichte

Beiträge zur Technikgeschichte

In der Print-Ausgabe der INGENIEUR-NACHRICHTEN, Ausgabe 1 / 2017

Die Anfänge des Metall-Leichtbaus im Flugzeugbau

 

Aufgrund der Luftschiff-Euphorie blieb das Flugzeug in Deutschland bis etwa 1910 ein exotisches Sportgerät für flugbegeisterte Tüftler. Die gängigen Werkstoffe für den Flugzeugbau waren Holz für tragende Bauteile, Leinwand für die Bespannung von Rumpf und Tragflächen und Draht zur Verspannung der meist doppeflügligen „Flugmaschinen“. Die deutschen Flugpioniere hatten die physikalischen Grundprinzipien des Fliegens durch eigene Erfahrungen beim Fliegen „erspürt“ und leiteten daraus die Bauweise der Flugzeuge ab. Sie fanden bald heraus, dass die Flugzeuge zu schwer und die Motoren zu schwach waren. Außerdem wirkte sich Feuchtigkeit auf das Holz dermaßen aus, dass sich die Konstruktionen verzogen, was im Flugbetrieb schwer auszugleichen war.

Spatz

Versuchsbau des aus Elektron-Metall bestehenden Hochdeckers „Spatz“ von Hellmuth Hirth 1923

Die ersten Überlegungen Metall im Flugzeugbau einzusetzen stammen von Prof. Dr. Hans Jakob Reißner von der Hochschule Aachen. 1908 begann er nach Konsultationen mit seinem Kollegen Prof. Hugo Junkers ein Flugzeug zu konstruieren, das aus Metall sein sollte. Für die Tragflächen und das Höhenleitwerk setzte er Wellblech ein, das ihm die Firma Junkers aus Dessau lieferte. 1912 flog die sogenannte „Reißner-Ente“ zum ersten Mal, doch die Maschine war zu schwer, so dass Reißner seine Flugversuche aufgab.

Der Flugpionier Helmut Hirth hatte den Traum, ein Flugzeug zu bauen, das eine Nutzlast von 5.000 kg über den Atlantik bringen kann. Als technischer Leiter und Chefpilot entwickelte er 1915 gemeinsam mit Ernst Heinkel das erste Riesenflugzeug, die Gotha G.I (Großflugzeug Nr. 1) mit einer Spannweite von 22 Metern und zwei Motoren von je 150 PS. Die Konstruktion wurde bereits in einer Gemischtbauweise aus Holz, Leinwand, Draht und dem Leichtmetall Duralumin ausgeführt. Das Flugzeug wurde im I. Weltkrieg als Bomber gegen England eingesetzt.

 

Den gesamten Artikel finden Sie in der Ausgabe 1/2017

Weiter Beiträge zur Technikgeschichte finden Sie auch in dem 2014 erschienenen Buch Technik- Geschichte des Vereins für Ingenieure und Techniker in Thüringen e.V. (VITT), das direkt beim VITT erworben werden kann.

Jahresüberblick 2017

  • Ausgabe 4 / 2017: Textilfaser-Kompetenz am TITK Rudolstadt
  • Ausgabe 3 / 2017: Mythos Autobahn
  • Ausgabe 2 / 2017: Von der Natur- zur Kunstseide
  • Ausgabe 1 / 2017: Metall-Leichtbau im Flugzeugbau

Jahresüberblick 2016

  • Ausgabe 6 / 2016:Schiffstaufe – zwischen Blutopfern und spirituellem Spucken
  • Ausgabe 5 / 2016: Die Geschichte der Phosphorchemie in Mitteldeutschland
  • Ausgabe 4 / 2016: Die Erfindung der Metall-Spinndüse
  • Ausgabe 3 / 2016: Dr. Adolf Beck . Pionier der Magnesium-Metallurgie
  • Ausgabe 2 / 2016:Industr ieroboter in der DDR
  • Ausgabe 1 / 2016: Die Internationale Energieagentur (IEA)

Jahresüberblick 2015

  • Ausgabe 6 / 2015: Alexander von Humboldt im preußischen Staatsdienst
  • Ausgabe 5 / 2015: Stapellaufhavarie auf der Warnow Werft
  • Ausgabe 4 / 2015: Der Potschappler Aktienverein– ein Steinkohlenunternehmen im Plauenschen Grund südlich von Dresden
  • Ausgabe 3 / 2015: Elektron-Legierungen aus Bitterfeld
  • Ausgabe 2 / 2015: Taschenrechner aus DDR-Produktion – Minirex 1975
  • Ausgabe 1 / 2015:  Ernst Abbe – Wissenschaftler und Sozialreformer