INGENIEUR-NACHRICHTEN Ausgabe 6/2015

Die Ausgabe 6 / 2015 (Print) ist am 2. Dezember 2015 erschienen.

Titelthema: „Medizin und Technik“

Weitere Themen :

  • Technikentwicklung für den Operationssaal der Zukunft
  • „CCS Telehealth Ostsachsen“ geht in Dresden online
  • Optimale Lösungen für große Knochendefekte
  • Silikonprothesen aus dem 3-D-Drucker
  • 250 Jahre TU Bergakademie Freiberg
  • Jugend forscht auf der IENA 2015 in Nürnberg

Inhaltsverzeichnis

TITELTHEMA
03 Medizin und Technik – LEITARTIKEL
06 Wie steht es um unser Herz?
07 Technikentwicklung für den Operationssaal der Zukunft
08 .CCS Telehealth Ostsachsen. geht in Dresden online
09 Optimale Lösungen für große Knochendefekte
INFORMATIONEN
10 Ideen für die Zukunft unserer Gesundheit
10 Ist die App ein Medizinprodukt?
11 Medizintechnik ein wichtiger Wirtschaftsmotor
12 IVAM-Lösungen für die Medizintechnik
13 Entzündungsprozesse in Echtzeit beobachten
13 Medizinische Sensorsysteme
14 Silikonprothesen aus dem 3D-Drucker
14 Batterien aus Kunststoff für die Energiewende
15 Datenbrille reduziert Produktionsausfallzeiten
15 Kollisionsdetektor nach Vorbild von Insektenaugen
16 Tandem-Solarzelle mit Rekord-Wirkungsgrad
16 Holz statt Erdöl
17 Gebäude mit positiver Energiebilanz
17 Feinstaub-Abscheider hilft Grenzwerte einzuhalten
FORSCHUNG UND BILDUNG
18 Erweiterter Master-Studiengang .Angewandte Physik.
18 Fachhochschule Stralsund
19 250 Jahre TU Bergakademie Freiberg
MESSEINFORMATIONEN
20 Bremen Classic Motorshow
20 Medical Design & Manufacturing
21 EUROGUSS 2016
21 Kraftstoffe der Zukunft
21 Fahrrad & Outdoor Rostock
JUGENDPOWER
22 Jugend forscht auf der IENA 2015 in Nürnberg
22 Jugend forscht – Wettbewerbsrunde 2016
TECHNIKGESCHICHTE
23 Alexander von Humboldt im preußischen Staatsdienst
VEREIN DER INGENIEURE UND TECHNIKER IN THÜRINGEN e.V.
24 Neuer Vorstand gewählt
24 Energiewende aus kommunaler Sicht
25 Energiewende . eine große Chance für den Nachwuchs
25 Der Seniorenkreis informiert
VEREIN DER INGENIEURE, TECHNIKER UND WIRTSCHAFTLER IN SACHSEN e.V.
26 120 Jahre Standseilbahn
27 Zusammenarbeit Schule und Wirtschaft (Teil 1)
VEREIN DER INGENIEURE UND WIRTSCHAFTLER IN MECKLENBURG-VORPOMMERN e.V.
28 Der Vorsitzende informiert
29 CO2-freie Abwärme/Wärmeverstromung in einem kleineren Leistungsbereich
RÄTSELSPASS

Leitartikel

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

Medizin (lat. ars medicina, ärztliche Kunst) und Technik (gr. Fertigkeit) haben die Menschen seit ihren Anfängen begeistert und fasziniert. Technische Geräte und Instrumente hatten immer ihren Platz in der Medizin. Aus der fernöstlichen Medizin ist die Akupunkturnadel seit etwa 2500 v. Chr. bekannt. Hippokrates (460-370 v. Chr.), Begründer der abendländischen wissenschaftlichen Medizin, verwendete als bedeutender Arzt seiner Zeit bereits ein Protoskop zur Darminspektion.
Medizintechnik ist die Anwendung von ingenieurwissenschaftlichen Prinzipien und Regeln auf dem Gebiet der Medizin. Sie kombiniert Kenntnisse aus dem Bereich der Technik, besonders dem Lösen von Problemen und der Entwicklung, mit der medizinischen Sachkenntnis der Ärzte, der Pflegefachkräfte und anderer Berufe, um die Diagnostik, Therapie, Krankenpflege, Rehabilitation und Lebensqualität kranker oder auch gesunder Menschen zu verbessern. Der Umbruch der Technologie von der analogen zur digitalen Technik eröffnete neue Dimensionen in der Medizintechnik: Der Computer-Tomograph (CT), der Körperquerschnittsbilder erzeugt, wurde von Hounsfield und Cormark entwickelt und 1971 als Prototyp in einer Klinik installiert und erprobt. Der Durchbruch für die medizinische Anwendung von Kernspin- bzw. Magnetresonanz-Tomographen gelang 1977 Mansfield mithilfe des Magnetresonanz- Verfahrens. Erstmals erfolgte eine Abbildung des menschlichen Brustkorbs ohne Einsatz von Röntgenstrahlen. Obwohl die Medizintechnik meist nicht originär ist, sondern vielmehr technische Entwicklungen aus Technologiefeldern wie der Elektronik, Optik, Feinwerktechnik, Kunststofftechnik u.a. übernimmt und diese
erst durch die Anwendung an Lebewesen zur Medizintechnik deklariert werden, konnte sie sich etablieren und ist aus der medizinischen Versorgung nicht mehr wegzudenken.
Zur Schlüsseltechnik des Gesundheitswesens des 21. Jahrhunderts gehört die Telematik, die allen Beteiligten des Gesundheitswesens enorme Vorteile bringen kann, das „Unternehmen Gesundheitswesen“ aber auch vor zahlreiche neue Anforderungen in organisatorischer, technischer und auch rechtlicher Hinsicht stellt. Telemedizinische Kommunikation und Systeme – also alle IT-Anwendungen im Gesundheitswesen, die über öffentliche oder Fernverkehrsnetze abgewickelt werden – ermöglichen die schnelle Übertragung großer Datenmengen, sodass eine räumliche Entfernung kein Hindernis mehr darstellt. Dies ist auch der Grund dafür, dass der Telemedizin international eine zunehmend größere Bedeutung beigemessen wird. Deutschland ist nach den USA und Japan der weltweit drittgrößte Produzent von Medizintechnik. Im Jahr 2012 betrug der Weltmarkt für Medizintechnik Schätzungen zufolge rund 331 Milliarden USD. Etwa 40%des Weltmarktes entfallen auf die USA, rund 30%auf Europa. Die 1.177 deutschen Medizintechnikhersteller erwirtschafteten im Jahr 2012 einen Gesamtumsatz von rund 24,1 Milliarden Euro. Hinzu kommen etwa 11.460 Klein- und Handelsunternehmen sowie Vertriebsniederlassungen. Insgesamt sind knapp 12.640 Medizintechnik-Unternehmen mit mehr als 189.000 Beschäftigten auf dem deutschen Markt tätig. Weitere 35.000 Mitarbeiter sind im Einzelhandel mit medizinischen und orthopädischen Artikeln beschäftigt. Rund zwei Drittel ihres Umsatzes (68 %) erwirtschafteten die Unternehmen im Ausland. Zur Planung, Entwicklung, Instandhaltung und für den Vertrieb medizinisch-technischer Produkte haben sich mehrere Berufsbilder herausgebildet. In Deutschland sind dies u.a. der Ausbildungsberuf Medizintechniker und die Hochschulabschlüsse Dipl.-Ing. für Medizintechnik, Bachelor of Science und Master of Science in Medizintechnik. Die Entwicklung der Medizintechnik als wesentlicher Bestandteil des Gesundheitswesens erfolgt in permanenter Wechselwirkung mit den Fortschritten der gesellschaftlichen Lebensformen.
Dr. Wilfried Fischer, Erfurt

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