INGENIEUR-NACHRICHTEN – Ausgabe 4/2018

Die Ausgabe 3 / 2018 (Print) ist erschienen.

Titelthema „Maritime Sicherheitstechnik“

INHALTSVERZEICHNIS
TITELTHEMA
06 Mehr Sicherheit und Effizienz im Hafen
07 Untersuchung von Evakuierungskonzepten auf Fahrgastschiffen
08 Maßgeschneiderte Brandschutzausbildung in Rostock
09 Der Einsatz von verflüssigtem Erdgas als Schiffsbrennstoff
INFORMATIONEN
10 Massenunfälle in der Seeschifffahrt
10 Ihre Spende hält uns auf Kurs
11 Maritime Sicherheit
12 Startschuss für LNG-Förderung in der Seeschifffahrt
12 Drohnentechnik zur Erforschung der Tiefsee
13 Weniger CO2 in der Schifffahrt
14 Kernkompetenzen zu maritimen Technologien
14 Erdbeobachtung per Satellit
15 Lufthülle lässt Schiffe leichter durchs Wasser gleiten
15 Neue Regeln gefährden alten Segler
16 Ölhavarie-Bekämpfung erfolgreich auf der Warnow erprobt
16 Neue Sicherheitsverordnung für Traditionsschiffe unterzeichnet
17 Im Pazifik sinkt der pH-Wert
FORSCHUNG UND BILDUNG
18 10 Jahre Interdisziplinäre Fakultät an der Universität Rostock
18 Forscher-Team entwickelt recyclebare Kunststoffe
19 Neue Solartechnik für die Energiewende
19 Gebäude entlasten Stromnetze
MESSEINFORMATIONEN
20 Gefahrstoffe am Arbeitsplatz
20 Zündgefahren
21 Fortschritte in der Kunststofftechnik
21 Neueste Entwicklungen in Forschung und Technik
JUGENDPOWER
22 Innovatoren und Produktentwickler gesucht
22 Frauen power – Women & Work Erfinderinnenpreis
TECHNIKGESCHICHTE
23 Die Kugellagerfabrik in Zella-Mehlis
VEREIN DER INGENIEURE UND TECHNIKER IN THÜRINGEN e.V.
24 Qualität ist ein bedeutender Erfolgsfaktor
24 Rapid.Tech + FabCon 3.D 2018 – erneut starkes Besucherinteresse
25 Von 30 auf 300
VEREIN DER INGENIEURE, TECHNIKER UND WIRTSCHAFTLER IN SACHSEN e.V.
26 Versuchsstand HXS 1000-50
27 Vorrichtung und Verfahren der Schlagbelastungsübertragung
VEREIN DER INGENIEURE UND WIRTSCHAFTLER IN MECKLENBURG-VORPOMMERN e.V.
28 Der Vorsitzende informiert
28 Mitglied im Ingenieurrat in Mecklenburg-Vorpommern
29 Einladung zur Mitgliederversammlung am 29. August 2018

LEITARTIKEL

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

„maritime Sicherheit“ ist ein vielgenutztes Wortgefüge und wenn man hinter die Kulissen schaut, versteht oder vermutet doch jeder etwas Anderes dahinter. Schiffsunfälle mit Evakuierungen oder dramatische Rettungsaktionen wie jene des Kreuzfahrtschiffes „Costa Concordia“, der Fähre „Sewol“, des Frachters „Flaminia“ oder auch der Untergang des Fischkutters „Beluga“ stehen im Fokus und bleiben mit öffentlichkeitswirksamen Bildern und Geschichten im Gedächtnis, was aber ist mit anderen, vielleicht vermeintlich unspektakuläreren Unfällen und Piraten- oder Terrorangriffen? Selbst solche Stichworte wie Cyberrisiken, mit denen sich die große dänische Reederei Maersk im letzten Jahr auseinandersetzen musste, sind untrennbar mit dem Begriff maritimer Sicherheit verbunden. Aber auch der Arbeitsschutz an Bord und im Hafen sind als ein Teil der maritimen Sicherheit zu betrachten.
Im Englischen wird die Sicherheit durch die Wörter „safety“ oder „security“ umschrieben. Jedes Wort beansprucht dabei für sich jeweils einen nahezu ausschließlichen Bereich von Sicherheitsaspekten. Safety nimmt den Bereich der Unfallvermeidung ein, „security“ steht für Kriminalprävention. Im Endergebnis bleibt die Zuordnung ohne Konsequenz für den Vorfall, und es zählen das zur Verfügung stehende Instrumentarium und mögliche Optionen in der Bewältigung.
Während die Betriebssicherheit des Schiffes vor allem durch das umfangreiche Regelwerk des SOLAS-Übereinkommens, die Themen der Aus- und Fortbildung der Crew insbesondere durch das STCW-Übereinkommen und umweltrelevante Sicherheitsaspekte durch verschiedene internationale Übereinkünfte, z.B. dem MARPOL-Übereinkommen vorgeschrieben werden, sind „security“ relevante Regelungen sehr verstreut und zeitlich angepasst an die jeweils bestehenden aktuellen oder akuten Anforderungen der von außen einwirkenden Ereignisse zu entdecken. Der „security“ Vorschriften „Erfinder“ ist in der Regel einem „Hase und Igel-Spiel“ unterlegen, wobei es auch ganz taktische Gründe haben kann, bestimmte Gegebenheiten, Bedingungen oder Ideen nicht der gesamten Öffentlichkeit zu offenbaren, denn der Sicherheit bedrohende Faktor ist schließlich unter „uns“. Es bleibt am Ende die Frage, wer wem welches Stück voraus ist und man hört schon hier und da mal die Bemerkung, dass der „Preis“ die spätere Inhaberschaft der besten Ideen und Technologien bestimmt.
Maritime Sicherheit hat also aus ganz eigenen und praktischen Gründen des Eigen- und Fremdschutzes, aus Erwägungen des Gemeinwohls und der zu schützenden Rechtsgüter in unserer Gesellschaft in Bildung und Forschung einen festen Platz eingenommen. Dazu gehört es eben nicht nur, die Erstausbildung up-to-date zu halten, Lehrenden die Gelegenheit zu geben, sich weiterzubilden und Studierende zu befähigen, sich Neuem gegenüber offen zu zeigen und auch später aus eigener Motivation heraus im aktiven Arbeitsleben in Zeiten nach der Fußballweltmeisterschaft am sprichwörtlichen „Ball zu bleiben“. Auch bereits erfahrene Arbeitnehmer müssen die Chance erhalten, sich weiterzubilden, den veränderten Stand der Technik zu erfahren und in ihren Arbeitsalltag erfolgreich umzusetzen. Dazu gehört nicht nur eine gehörige Portion Mut, eigene starke Motivation und das nötige Kleingeld für Schulungsmaßnahmen, sondern nicht zuletzt auch einen Arbeitgeber, der seinen Angestellten und auch sich selbst die Gelegenheit gibt, Technologienvorsprung zu nutzen und erkannt hat, dass Investition in Bildung eine Investition in die Zukunft ist.
Wir als Forschungs- und Bildungsinstitut stehen für eine anwendungsgerechte, praxisnahe Weiterbildung und komplettieren diese durch neueste Ergebnisse aus den Forschungsprojekten. Aber auch wir müssen uns stets weiterbilden und prüfen, ob das zu vermittelnde Wissen und die erforderlichen Fähigkeiten noch aktuell sind. Dazu gehören vor allem Kurse, welche das „lebenslange Lernen“ auch selbst „leben“!

RAin Jeannette Edler, LL.M.
Institut für Sicherheitstechnik/Schiffssicherheit e.V.
Rostock-Warnemünde