INGENIEUR-NACHRICHTEN – Ausgabe 4/2017

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Die Ausgabe 4 / 2017 (Print) ist erschienen.

Titelthema “Die Energiewende auf der Straße“

INHALTSVERZEICHNIS

TITELTHEMA
06 Die Zukunft der Elektromobilität gestalten
07 Woher kommt der Strom für Elektroautos?
08 Das Elektroauto als Energiespeicher nutzen
09 Spitzenforschung und innovative Unternehmen
INFORMATIONEN
10 E-Mobilitäts-Pionier am Puls der Zeit
10 Verbrenner sterben aus
11 Wie die Energiewende zum Erfolg wird
12 E-Mobilität – die Energiewende im Verkehr
12 Elektromobilität auf dem Weg zur nachhaltigen Mobilität
13 Das E-Auto als Stromspeicher
13 Opel Ampera-e das neue Papamobil
13 Tesla verkauft mehr
13 Verkaufsstart für den Hyundai IONIQ Plug-in-Hybrid
14 1.000 Kilometer Reichweite
14 Landesregierung beschließt Förderung
14 Carglass nutzt Ladeinfrastruktur von innogy
15 Deutsche Post und Ford bauen E-Transporter
15 Wann rechnet sich ein E-Auto?
16 Neue Normen für Ladesäulen
16 Batterie trifft Superkondensator
17 Beispiel Peenemünde
FORSCHUNG UND BILDUNG
18 Spielwiese für Ingenieure
18 Neue Medien – Fluch und Segen
19 Wir müssen nachhaltig bauen
19 Energieversorgung gestalten
MESSEINFORMATIONEN
20 efa 2017 mit neuem Termin
20 Neue Verkaufsschau
21 RoBau in M-V
21 eMove360° Europe
21 WerkstoffWoche 2017
JUGENDPOWER
22 Junge Menschen wollen private Autos öfter teilen
TECHNIKGESCHICHTE
23 Textilfaser-Kompetenz am TITK in Rudolstadt
VEREIN DER INGENIEURE UND TECHNIKER IN THÜRINGEN e.V.
24 Technik und Digitalisierung als Unterrichtsfach
24 Technologietag zur Digitalisierung
25 Innovative Produktentwicklungen und Neuheiten gesucht
VEREIN DER INGENIEURE, TECHNIKER UND WIRTSCHAFTLER IN SACHSEN e.V.
26 ZeSys e.V. – Ihr Partner für Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten
27 Sächsische Erfindungen in der Praxis (51)
VEREIN DER INGENIEURE UND WIRTSCHAFTLER IN MECKLENBURG-VORPOMMERN e.V.
28 Der Vorsitzende informiert
28 Wasserstoff tanken in Mecklenburg-Vorpommern
29 Besuch des Leibniz-Instituts für Katalyse

LEITARTIKEL

Liebe Leserinnen und Leser,

die digitale Transformation ist auf dem Vormarsch. Zehn Jahre nach der Einführung des iPhone ist die Welt eine Andere – können wir uns ein Leben ohne smartes Telefon mit seiner Vielzahl an, teilweise online-basierten Dienstleistungen überhaupt noch vorstellen? Das mobile Device ist zu einem der wichtigsten, wenn nicht dem wichtigsten Status-Symbol sowie Kommunikationsmedium und Alltagshelfer jüngerer Generationen geworden. Always on, lautet die Devise. Zudem ermöglichen neue Technologien in Kombination mit dem Internet das Teilen von Inhalten (Facebook), Gegenständen (Airbnb) und Dienstleistungen (UBER) und damit die Etablierung ganz neuer Geschäftsmodelle – Digital Disruption und Sharing Economy treiben den Wandel. Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass diese technologisch-gesellschaftliche Veränderung ebenfalls das Mobilitätsverhalten der Menschen wesentlich beeinflussen. Der Besitz eines eigenen Autos ist für die Generation Y bei weitem nicht mehr so wichtig, wie für vorangegangene Generationen. Der anhaltende CarSharing-Boom besonders in urbanen Umgebungen verdeutlicht das. Wer plant heute seine Reise schon noch mit einer echten Landkarte oder stellt sich diese selbst zusammen? Warum auch. Mittels kundenfreundlichen Services via Handy ist dies viel einfacher machbar und die Verkehrsträger werden einem dazu auch noch meist verknüpft dazu geliefert. Geteilt, vernetzt, elektrisch fährt die zukünftige Mobilität – ob mit dem Fahrrad oder dem Automobil.
Das eine Nutzung geteilter, elektrischer Mobilitätslösungen grundsätzlich klimafreundlicher und ressourcenschonender sein dürfte, als der für den selben Zweck eingesetzte motorisierte Individualverkehr erscheint implizit logisch. Wirklich Sinn macht Elektromobilität dabei allerdings nur als ganzheitliche Systeminnovation mit der dafür benötigten Energie aus erneuerbaren Quellen. Mobilitäts- und Energiewende müssen demnach Hand-in-Hand gehen. Bis 2050 sollen laut EU die Treibhausgasemissionen um 80 % gegenüber dem Stand von 1990 gesenkt werden. Der Umstieg von der herkömmlichen hin zu einer erneuerbaren, nachhaltigen und umweltfreundlichen Energiegewinnung wird Stück für Stück vollzogen. Eine C02-arme Gesellschaft ist machbar, auch wenn damit die Neujustierungen ganzer Industrien und Wirtschaftszweigen mit einhergehen. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung soll laut Bundesregierung bis 2020 mindestens 35 Prozent und 2050 gut 80 Prozent betragen.
Die Transformation in eine digitalisierte, elektrische und nachhaltige Zukunft mag eine große Herausforderung sein – bringt allerdings mindestens so viele Chancen und Möglichkeiten mit sich. Neben dem zentralen Aspekt einer sauberen Umwelt für uns und folgende Generationen bringt die zunehmende Intelligenz der beschriebenen Systeme gehörige Potenziale zum Beispiel in Sachen optimierte Verkehre und Energienutzung, smarterer Cities sowie auch Benefits für Konsumenten und Anbieter mit sich. Bidirektionales Laden zur Einbindung von Elektroautos in das heimisch Grid (in das Stromnetz), integrierte Energiesysteme im Kontext der aktuell oftmals zitierten Sektorenkopplung und eine optimierte, kundenfreundliche Nutzung von unterschiedlichen Verkehrsträger zur Fortbewegung von A nach B sind nur einige, wenige Möglichkeiten, die sich daraus ergeben. Nichts ist beständiger als der Wandel und dennoch ist dieser stets vernünftig und konstruktiv in Bezug auf Bestehendes zu vollziehen. Etablierte Wertschöpfungsketten lassen sich nicht über Nacht umstellen genauso wenig, wie die Morgen-Stadt schon Morgen Realität sein kann. Die Sicherung unseres Wohlstands im Zusammenhang von vernünftigen und nachhaltigen Energie- und Mobilitätslösungen der Imperativ.
Dr. Johann Schwenk
Leiter Kompetenzstelle eMobilität
Bayern, Bayern Innovativ GmbH