Blick ins virtuelle Universum

Blick ins virtuelle Universum

Forscher haben einen der größten Datensätze von Galaxien in einem virtuellen Universum veröffentlicht. Die Kataloge basieren auf verschiedenen Modellen. Pro Modell sind als 100 Millionen virtuelle Galaxien verfügbar.

Erdgebundene Observatorien und Weltraumteleskope ermöglichen den Blick in die Tiefen des Weltalls und damit Milliarden Jahre zurück in die frühe Entwicklungsphase des Universums. Astronomen interpretieren die gewonnenen Daten mithilfe von theoretischen Modellen. Dazu erstellen sie Simulationen von Modelluniversen und -galaxien, um die Theorien zu überprüfen. Diese virtuellen Universen erfordern aufwändige Computer-Simulationen, die numerisch sehr anspruchsvoll sind. Dennoch können die Simulationen nicht an die Vielzahl und Detailliertheit der beobachteten Galaxien heranreichen.

Jetzt hat ein internationales Team u. a. des Leibniz-Instituts für Astrophysik Potsdam (AIP) auf Basis einer Simulation einen der größte Datensätze von Galaxien in einem computergenerierten Universum erstellt – die „MultiDark-Galaxien“. Die Forscher stellen damit anderen Wissenschaftlern Galaxienkataloge zur Verfügung, die auf verschiedenen Modellen basieren. Diese enthalten jeweils alle relevanten physikalischen Prozesse der Galaxienbildung und stimmen mit spezifischen Beobachtungen überein.

Pro Modell sind als 100 Millionen virtuelle Galaxien verfügbar. Das entspricht einem kosmologischen Volumen, das mit dem Umfang vergleichbar ist, den derzeitige und künftige Beobachtungsinstrumente erforschen. Der enorme Datensatz ermöglicht Astronomen, ihre Beobachtungen mit theoretischen Modellen zu vergleichen und Vorhersagen für neue Beobachtungen zu erarbeiten. Die Galaxiendaten und Daten zur Simulation selbst sind über die CosmoSim-Datenbank des AIP zugänglich.

Bild: Kristin Riebe/AIP