Weltweit erster Modularer Supercomputer in Betrieb

5-Petaflop/s-Booster in der Rechnerhalle des Jülich Supercomputing Centre (JSC)

Wissenschaftler haben in Jülich das neue Modul des Supercomputers JURECA in Betrieb genommen. Der Booster ist in der Rechnerhalle des Jülich Supercomputing Centre (JSC) in 33 Schränken untergebracht. Die räumliche Erweiterung bringt Leistung: Dank der zusätzlichen 5 Petaflop/s – 5 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde – ist der Jülicher Supercomputer nun einer der schnellsten Rechner Europas. Vor allem aber geht damit erstmals weltweit ein Superrechner mit modularer Architektur in den produktiven Rechenbetrieb.

Ziel der von der Jülicher Wissenschaftlerin Dr. Estela Suarez geleiteten JURECA-Projekte war die Entwicklung einer modularen Supercomputer-Architektur, die speziell auf die Anforderungen moderner Simulationscodes zugeschnitten ist. Verschiedene Module können dabei dynamisch zugeteilt werden.

„Das funktioniert dann so ähnlich wie ein Turbolader: ein Booster-Modul beschleunigt Rechnungen auf einem Cluster-Modul“, erklärt Prof. Thomas Lippert, Leiter des Jülicher Supercomputing Centre und Ideengeber des Konzeptes. „Komplexe Teile des Codes, die sich nur schwer gleichzeitig auf einer Vielzahl von Prozessoren berechnen lassen, werden auf dem sogenannten Cluster-Modul ausgeführt. Einfachere Programmteile, die parallel mit größerer Effizienz bearbeitet werden können – man sagt auch skalieren dazu – werden auf das Booster-Modul ausgelagert.“ Das Booster-Modul verwendet eine große Anzahl von relativ langsamen, dafür aber energieeffizienten Rechenkernen.

Liste der weltweit schnellsten Rechner

Ein weiteres Highlight für die Wissenschaftler: Der Jülicher Supercomputer wird weit oben auf der TOP-500-Liste der schnellsten Computer der Welt gelistet, deren aktuelle Fassung am 13. November veröffentlicht wurde. Das JURECA Cluster-Booster-System erreichte mit einer Leistung von 3,78 Petaflop/s den 29. Platz. Den ersten Platz verteidigte erneut China mit „Sunway TaihuLight“. Die Anlage nahe Shanghai erreicht eine Leistung von 93 Petaflops. Auch den zweiten Platz belegt China mit dem „Tianhe-2“ und 33,8 Petaflops. Die schnellste Rechenanlage Deutschlands ist der „Hazel Hen“ in Stuttgart mit 5,6 Petaflops – in der Liste Platz 19. Die aktualisierte Fassung der Liste der weltweit schnellsten Rechner feiert in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum und die 50. Ausgabe. Sie zu Beginn der internationalen Supercomputing-Konferenz SC17 in Denver, USA, vorgestellt.

Bild: 5-Petaflop/s-Booster in der Rechnerhalle des Jülich Supercomputing Centre (JSC) © Forschungszentrum Jülich / W.-P. Schneider