500 Terabyte in einem Bild

Globaler TimeScan Landsat 2015

Big Data in der Erdbeobachtung

Bis Ende 2017 werden die drei Sentinel-Satellitenmissionen der ESA ein tägliches Datenvolumen von mehr als 20 Terabyte bei der Erdbeobachtung generieren. Um solche Datenmengen verarbeiten zu können, haben Wissenschaftler ein neues Verfahren entwickelt.

Der TimeScan-Prozessor wurde am Earth Observation Center (EOC) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelt. Mit der Anwendung können Forscher aus zahlreichen, über einen längeren Zeitraum aufgenommenen Satellitenaufnahmen ein einziges Informationsprodukt bilden.

Für den Test des TimeScan-Prozessors wurden 450.000 Aufnahmen des amerikanischen Landsat-Satelliten verarbeitet. Das Ergebnis ist der „TimeScan-Landsat-2015“ – ein globaler Datensatz, der unzählige Informationen über die Beschaffenheit der Landoberfläche liefert. Rund 500 Terabyte an Einzelaufnahmen wurden dazu auf ein Zwanzigstel der ursprünglichen Größe komprimiert.

Das neue Verfahren ist also für enorme Datenmassen ausgelegt. Die Endnutzer können damit künftig Informationen – bspw. zu Umwelt, Urbanisierung, Klima – aus bislang für sie nicht handhabbaren Datenmengen erschließen. Im Gegensatz zum bisherigen Verfahren werden die Daten zunächst auf großen Rechenclustern verarbeitet. Der Datensatz wird dann an Nutzer in einer Größe weitergegeben, die lediglich einem Bruchteil des ursprünglichen Eingangsvolumens entspricht.

Bild: DLR / TimeScan-Landsat-2015, Datensatz