Letzte Station Komet

Rosetta-Mission: Virtis Anhurgebiet

Ende September endete die Beobachtungsphase der Rosetta-Mission. Ihr Orbiter erreichte die Oberfläche des Kometen „67P/Churyumov-Gersimenko“. Zuvor hatte sie in 4.595 Tagen 7,9 Milliarden Kilometer durch All zurückgelegt. Dabei hatte die Mission sechs Vorbeiflüge an der Erde, am Mars und zwei Asteroiden absolviert und den Kometen 67P/Churyumov-Gersimenko mehr als zwei Jahre durchs Sonnensystem begleitet. Dort war im Rahmen der Mission 2014 auch der Roboter Philae abgesetzt worden, der weltweit für großes Aufsehen sorgte.

An einer der Entdeckungen waren auch zehn Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) beteiligt. So wurde kurzzeitig erscheinendes Trockeneis (Kohlendioxid-Eis) in bestimmten Oberflächenbereichen des Kometen entdeckt, denen die Entstehung zweier ungewöhnlicher großer Wassereisaufschlüsse folgte. Erstmals konnte CO2-Eis anhand von eindeutigen spektralen Eigenschaften innerhalb eines größeren Fleckens von etwa 80 mal 60 Meter auf der Kometen-Oberfläche nachgewiesen werden. Das Trockeneis ist häufiger Bestandteil von Kometeninneren, auf einer Kometenoberfläche wurde es bisher nicht gefunden. Die Forscher vermuten einen saisonalen Zyklus für das Kohlendioxid, der der Umlaufperiode des Kometen von 6,5 Jahren entspricht, während der oberflächige Wassereis-Zyklus eher tageszeitlichen Schwankungen unterliegt. Kohlendioxid im Wechsel der Jahreszeiten.

Insgesamt wurden während der Rosetta-Mission etwa 220 GB wissenschaftliche Daten zur Erde gefunkt. Deren Analyse ist weiterhin in vollem Gange und soll das Verständnis zur Herkunft, Natur, Beschaffenheit und der Rolle von Kometen im frühen Sonnensystem entscheidend verbessern. Prozesse der Aktivität der Kometen und der Dynamik geben wichtige Informationen über das Kometeninnere preis – damit auch über die Entwicklung und Herkunft dieser kleinen Körper, die zu den ältesten Objekten aus dem frühen Sonnensystem zählen.

Bildquelle: ESA/Rosetta/NAVCAM