Erfinder mit pfiffigen Produktentwicklungen sind wie Rohdiamanten – sie müssen erst geschliffen werden

Von der Grundlagenforschung im Unternehmen zum Erfolg. Das Thüringer Netzwerk für Erfinderförderung, Innovationen und Netzwerkmanagement (ERiNET) wurde kürzlich in Warschau mit der Ehrenmedaille „Prof. Ignacy Moscicki“ des Industrial Chemistry Research Institute Warschau für sein internationales Engagement ausgezeichnet. Die Direktorin des Institutes, Prof. Dr. Regina Jeziórska überreichte die Ehrung im Beisein zahlreicher Gäste. Der Vice President der Association of European Inventors (AEI), und Netzwerkleiter, Patentingenieur Jens Dahlems, nahm die Auszeichnung in Warschau entgegen.

Besonders die Förderung des Unternehmertums ist eine der wichtigsten Prioritäten des Institutes in Warschau. Im Mittelpunkt stehen Forschung, Entwicklung und Innovation sowie Angebote an Workshops und der internationale Austausch wertvollen Wissens und guter Erfahrungen mit dem Erfindernetzwerk ERiNET. Prof. Dr. Regina Jeziórska verknüpft die Auszeichnung mit der Hoffnung, dass die Geschäftskontakte neue, innovative Projekte mit sich bringen, die in Zukunft die Entwicklung der Einrichtung in Warschau und des Erfindernetzwerkes ERiNET positiv beeinflussen werden. Mit Ehrgeiz, Disziplin und Toleranz ist es dem Geehrten gelungen, Ideen in einer „Denkfabrik“ den Menschen nahe zu bringen.

Das Industrial Chemistry Research Institut Warschau wurde im Mai 1922 in Lwow gegründet. Professor Ignacy Moscicki war Chemiker und von 1926-1939 der erste Präsident des Institutes. Nach diesem herausragenden polnischen Wissenschaftler wurde die Ehrenmedaille benannt. Heute führt das Institut internationale Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Bereich Chemie mit Schwerpunkt Chemieingenieurwesen durch und hält über 2.000 Patente. Über 300 Mitarbeiter sowie 11 Professoren und 50 Dozenten ermöglichen wissenschaftliche Projektarbeit und industrielle Auftragsforschung. Die Systematische Gewinnung, Schutz und Verwertung von Patenten, Gebrauchsmustern, Lizenzen und sonstigen Ausschließlichkeitsrechten entscheiden über Erfolg oder Misserfolg eines Institutes. Auf Märkten wie in Polen ist das Wissen über den Nutzen des geistigen Eigentums zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor geworden. Das ausgezeichnete Erfindernetzwerk möchte gemeinsam mit dem Industrial Chemistry Research Institut Warschau neue wirtschaftliche Impulse einer Zusammenarbeit setzten, um Ideen den Menschen nahebringen zu können. Der Geehrte versteht es, mit Hartnäckigkeit Erfindungen oder Geschäftsideen in das richtige Rampenlicht zu rücken. Denn die Einsicht in das Mögliche und Unmögliche ist es, die den Unternehmer vom Abenteurer unterscheidet. Erfinder mit pfiffigen Produktentwicklungen sind wie Rohdiamanten – sie müssen erst geschliffen werden, um den wahren Wert erkennen zu können, so Dahlems.

Viele Unternehmen investieren in ihre eigene Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, um möglichst zahlreiche Innovationen zu entwickeln, die sie als erste auf den Markt bringen wollen. Gleichzeitig schützen sie ihr eigenes geistiges Eigentum durch gewerbliche Schutzrechte, zu denen Patente und Gebrauchsmuster zählen. Diese Strategie ist logisch und funktioniert bis heute. Doch angesichts des steigenden Kosten- und Innovationsdrucks ergibt sich ein zunehmender Handlungsbedarf, um diese traditionelle Wertschöpfung zu überdenken. Das Thüringer Erfindernetzwerk hat ein besonderes Gespür für erfolgreiche Produktinnovationen, die im Rahmen einer Geschäftsidee weiterentwickelt werden.

Auf seine einzigartige analytische Art und Weise begründet, konnte Dahlems im Erfindernetzwerk ERiNET bereits zahlreichen Innovatoren auf dem Weg von der Idee über die Produktentwicklung, Sicherung der Erfindungen durch Patente oder Gebrauchsmuster bis zur wirtschaftlichen Verwertung, behilflich sein. Diesen Erfahrungsschatz wollen wir uns im Industrial Chemistry Research Institut zukünftig nutzbar machen und voneinander lernen, so Prof. Dr. Regina Jeziórska in der Laudatio. Man kann eine Karriereleiter nicht aufsteigen, wenn man die Hände in den Taschen hat – eine polnische Weisheit. Innovatoren von morgen sind hochmotivierte Fachkräfte mit Ideen, die sie aktiv verwirklichen wollen. Hierzu müssen nötige internationale Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Ergriffen voller Stolz und Dankbarkeit nahm der Geehrte die Auszeichnung entgegen. Ein bewegender Moment, mit viel Gefühl. Ich freue mich sehr über die international bedeutende Ehrung mit dem Diplom und der Prof. Ignacy Moscicki Medaille. Diese Ehrung ist ein Signal für die Umsetzungs- und Gestaltungskraft. Ich erhoffe mir in der heutigen Zeit mehr Offenheit und Ehrlichkeit im Umgang miteinander in Polen und Deutschland und für Neues, neue Impulse und Toleranz im gemeinsamen „Europäischen Haus“ ein offenes Ohr zu haben, so Dahlems. Toleranz bedeutet auch voneinander etwas lernen wollen und können. Wichtig ist, dass wir miteinander und nicht übereinander reden. Hierbei gilt, dass man nur Tolerant sein kann, wenn man selbst einen festen Standpunkt hat. Andere Menschen akzeptieren, wie sie sind – Toleranz ist ein aktiver Prozess.

Mit dieser Ehrung werden international tätige Netzwerke ausgezeichnet, die es verstehen, innovative Produktentwicklungen und Geschäftsideen in das richtige Rampenlicht der öffentlichen Betrachtung zu rücken und die sich um die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in marktfähige Produkte verdient gemacht haben(jd).