3. Mitteldeutsches Forum 3D-Druck in der Anwendung setzt neue Impulse

Die generative Fertigung hat sich zu einem unverzichtbaren Verfahren mit beträchtlichem Entwicklungspotenzial gemausert. Das eröffnet der Industrie besonders bei Baugruppen und Komponenten aus Kunststoff und Metall, die Individualisierung und Multifunktion im Focus haben, markt – und nutzenrelevante Effekte durch eine schnelle und werkzeuglose Fertigung.

Wie stellt sich Mitteldeutschland den Herausforderungen, Anwendungsbeispiele für 3D-Druck zu identifizieren und die daraus resultierenden Potenziale zu nutzen?

Dieser Frage gingen am 18. Mai an der Hochschule Merseburg 140 Fachbesucher und 23 Referenten aus der Praxis und Forschungseinrichtungen in drei parallel durchgeführten Sektionen nach. Nach den Eröffnungsworten durch den Rektor der Hochschule und Repräsentanten der Lokalpolitik in Sachsen-Anhalt gab es in den Plenarvorträgen ein Feuerwerk kreativer Ideen, vorgetragen vom charismatischen Professor Mühlenberend von der Bauhausuniversität Weimar. Diese Ideen in haptische Gegenstände umzusetzen ist die große Herausforderung an die Anwender der verschieden 3D-Druckverfahren. Das Highlight der Sektionsveranstaltungen war zweifellos der Beitrag von EDAG Engineering aus Wolfsburg, die unter dem Schlaglicht „Bionisch inspiriert – generativ gefertigt“ einen Automobilscheinwerfer der Zukunft in einer Live-Demonstration vorstellten, der neben diversen individuellen Lichteffekten durch ultraleichte multifunktionale Komponenten auch den besonders für den Automobilbau wichtigen Leichtbaukriterien Rechnung trug.

Der weltweite Marktführer bei Innovationen auf dem Gebiet des 3D-Druckes, Stratasys war gleich mit zwei Referenten vertreten. Die Division MakerBot stellte sich der wichtigen Aufgabe, Schüler und Jugendliche mit Hilfe des 3D-Druckes für die MINT-Fächer zu interessieren und damit die gerade für innovative Unternehmen wichtige Nachwuchsgewinnung sicherzustellen.

Alle Referenten haben durch qualitativ hochwertige, spannende Beiträge aus der Praxis, aus Wissenschaft und Forschung den aktuellen Stand in der gegenwärtigen Anwendung und die perspektivische Ausrichtung des 3D-Druckes dargestellt. Die parallel durchgeführte Kooperationsbörse mit 30 Ausstellern war stark frequentiert und es konnten somit neue Kontakte hergestellt und alte intensiviert werden.

Das Fazit der drei Veranstalter, Hochschule Merseburg als Ausrichter, das Mitteldeutsche Netzwerk Rapid Prototyping enficos und das Netzwerk der Thüringer Prototyper Protonetz fällt daher durchweg positiv aus. Die engere Vernetzung der Akteure und somit die Bündelung der Kräfte aus Praxis und Wissenschaft ermöglichen die Anwendung hoher Innovations-und Entwicklungspotenziale für die Region Mitteldeutschland. Dieser Aufgabe wird sich folgerichtig das 4. Mitteldeutsche Forum 3D-Druck im Jahr 2017 stellen.

Die Informationen zu diesem Beitrag erhielten wir von Herrn Günter Ganß, Koordinator des Netzwerkes der Thüringer Prototyper Protonetz 

Foto Kooperationsbörse: Günter Ganß