Thüringer Wirtschaft trotz Risiken optimistisch

Die Wirtschaft in Thüringen wächst vorerst weiter, so das Fazit zur aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Erfurt unter rund 800 Unternehmen in Nord- und Mittelthüringen. Der Konjunkturklimaindex, der sowohl die aktuelle wirtschaftliche Situation als auch die Erwartungen und Pläne berücksichtigt, steigt demnach leicht auf 111 von 200 möglichen Prozentpunkten.

„Zu Jahresbeginn schätzen branchenübergreifend 86 Prozent der Befragten ihre aktuelle Geschäftslage als gut oder zumindest befriedigend ein“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Prof. Gerald Grusser. Immerhin 82 Prozent der Betriebe würden sich in der Gewinnzone bewegen oder wenigstens kostendeckend arbeiten. Ein Grund für die gute Verfassung der Unternehmen seien immer noch wirkende Sondereffekte wie niedriger Ölpreis, schwacher Euro und günstige Finanzierungsbedingungen.

Wolken am Konjunkturhimmel

Optimistisch wird auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt eingeschätzt. Laut IHK sollte der aktuelle Beschäftigungszuwachs auch in den nächsten Monaten anhalten – 73 Prozent der Befragten wollten ihre Mitarbeiterzahl beibehalten und 12 Prozent sogar zusätzliche Jobs schaffen.

„Allerdings trüben auch einige Wolken den Konjunkturhimmel“, gibt Grusser zu bedenken. „So ist die Zugkraft der Investitionen weiterhin schwach und eine höhere Dynamik in absehbarer Zeit auch nicht auszumachen.“ Nur 18 Prozent der Befragten planten betriebliche Erweiterungsinvestitionen, wogegen die überwiegende Mehrheit lediglich notwendige Ersatzbeschaffungen realisiert. Die Gründe dafür seien vielfältig: Zunehmende geopolitische Auseinandersetzungen, wachsende Terrorangst, die wirtschaftliche Situation in China oder die ungelöste Flüchtlingskrise würden als ernstzunehmende Wachstumsrisiken gesehen.