Kaufprämien für Elektroautos sinnvoll?

Bis März wollen Bundesregierung und Automobilindustrie ein gemeinsames Konzept erarbeiten, mit dem der schwächelnde Absatz von Elektroautos angekurbelt werden soll. Diskutiert werden vor allem staatliche Kaufzuschüsse für Neufahrzeuge. Die Wirkung der Prämien ist umstritten. Kritiker verweisen unter anderem auf die fehlende Infrastruktur für E-Mobilität, die dieses Instrument wirkungslos mache. Eine aktuelle Studie der TU Dresden hält die Fördermaßnahmen hingegen für zielführend.

„Förderanreize jedweder Art verkürzen den Zeitraum zwischen erstmaliger Beschäftigung mit dem Thema Elektromobilität und dem Kauf des Fahrzeugs erheblich“, so Studienleiter René Pessier zu den Ergebnissen der Erhebung. „50 Prozent der international Befragten haben den Kauf innerhalb von drei Monaten nach erstmaliger Auseinandersetzung mit dem Thema Elektroauto getätigt, in Deutschland lediglich 20 Prozent.“ International würden finanzielle und strukturelle Förderanreize als wichtiges Argument im Kaufentscheidungsprozess gesehen.

Laut den TU-Forschern würden Kaufprämien durch eine Erweiterung der Zielgruppen die Nachfrage deutlich steigern. So könnte eine beispielhafte Fördersumme von 300 Millionen Euro und eine Kaufprämie von 5.000 Euro 60.000 neue Fahrzeuge im Markt bedeuten. Diese Zahl entspräche der Verdreifachung des Bestands von gegenwärtig ca. 30.000 batterieelektrischen Fahrzeugen.

Ladeinfrastruktur muss ausgebaut werden

Die Forscher heben aber hervor, dass eine Kaufprämie nur eine Beschleunigung bedeutet. Existierende Defizite bei der Nutzung der Fahrzeuge müssten zwingend abgestellt werden, um den politisch gewollten Durchbruch der Elektromobilität zu schaffen. Der Erreichung des gesetzten Ziels von einer Million Elektroautos bis 2020 räumen die Wissenschaftler aufgrund der geringen Fahrzeugverfügbarkeit über alle Klassen hinweg nur geringe Chancen ein. Eine der größten Baustellen der Elektromobilität bleibe die Ladeinfrastruktur, was auch zwei Drittel der Befragten bestätigten. Im internationalen Vergleich erreicht diese in Deutschland nur unterdurchschnittliche Zufriedenheitswerte.

Für die Studie befragte die TU Dresden im November 2015 mehr als 600 Probanden aus über 10 Ländern.