Medizintechnik: Bionische Arm-Orthese für Ellenbogen

Exoskelette sind gegenwärtig ein großes Thema in der Medizintechnik. Die Fraunhofer-Gesellschaft und die neuseeländische University of Auckland wollen jetzt eine bionische Arm-Orthese für Ellbogen entwickeln. Die Orthese soll die Bewegung des Ellbogens analysieren und unterstützen. Mit ihr könnte vor allem älteren Menschen geholfen werden, die unter Verschleißerscheinungen an Armen und Händen leiden. Fraunhofer-Gesellschaft und die University of Auckland gaben im Dezember den Startschuss für das auf drei Jahre ausgelegte Projekt „Bionic Joint“.

Die Anforderungen an das Außenskelett sind hoch: Klein, leicht und intuitiv bedienbar soll es sein – und sich darüber hinaus gut an die menschliche Bewegung anpassen. Entsprechend viel Knowhow ist für die Entwicklung gefragt: Die Wissenschaftler von Fraunhofer verfügen über eine große Expertise im Bereich Biomechatronik, Robotik und Signalverarbeitung. Ihre neuseeländischen Kollegen beschäftigen sich schwerpunktmäßig mit den Themen Sensorik und rechnergestützte Physiologie.

„Es notwendig, die körperliche Belastung zu verstehen und aktiv zu unterstützen. Unser Ziel ist es, Exoskelette zu entwickeln, die Patienten im Alltag entlasten“, erklärt Dr. Urs Schneider, Abteilungsleiter Biomechatronische Systeme von Fraunhofer. Professor Peter Hunter vom Auckland Bioengineering Institute ergänzt: „Im Bereich der Arm-Orthesen liegen noch keine marktfähigen Lösungen vor. Das wäre ein Meilenstein für die bionische Technik.“

Das Projekt Bionic Joint findet im Rahmen des ICON-Programms der Fraunhofer-Gesellschaft statt. Das Kürzel steht für „International Cooperation and Networking“ und sieht Kooperationsprogramme mit internationalen Exzellenzzentren vor. Die Fördersumme bis 2019 beträgt 1,9 Millionen Euro, getragen je zur Hälfte von der University of Auckland und der Fraunhofer-Gesellschaft.