Cloud Computing liegt im Trend

Einflussbereiche für die Unternehmen im Vergleich nach Loczewski

Durch die immer komplexer werdenden Informationstechnologien erhöhen sich ständig die Anforderungen an Ausstattung und Betreuung der in Unternehmen eingesetzten Server- und Speichersysteme mit ihren vielfältigen Applikationen. Gleichzeitig werden von den Anwendern immer höhere Verfügbarkeiten gefordert, während das Management bemüht ist, die wachsenden Kosten für die IT zu begrenzen. IT-Mitarbeiter in mittelständischen Unternehmen sind nicht selten „Einzelkämpfer“, die weder Zeit haben sich weiterzubilden, noch Urlaub zu nehmen oder krank werden dürfen. Hinzu kommt, dass ein „Einzelkämpfer“ auf Grund der gestiegenen Komplexität der Technologien und der größeren Vielfalt an Applikationen gar nicht mehr in der Lage ist, alles zu beherrschen und für Dritte nachvollziehbar zu dokumentieren.

Vor allem klein- und mittelständische Unternehmen, aber auch medizinische Versorgungszentren (MVZ) geraten zunehmend unter Druck, da sie sich keine IT-Abteilung mit mehr als 2-3 Mitarbeitern leisten können. Ein Ansatz zur Lösung dieser Widersprüche ist das sogenannte Cloud Computing als eine moderne Form des Outsourcings.

Das Public Cloud Computing – welches vor allem wegen der günstigen Preisstruktur in aller Munde ist – ist eine weltumspannende Wolke aus „Server- und Storagesystemen“, die keine Ländergrenzen und keine Gesetze kennt. Als Nutzer einer solchen Cloud-Lösung hat man keinerlei Kontrolle über den Ort der Verarbeitung und Speicherung. Selbst der Anbieter, mit dem Sie eine Vereinbarung zur Anmietung virtueller Server treffen, kann wieder Speicherkapazitäten bei einem anderen Cloud-Anbieter anmieten. Damit hat der Kunde einen zunehmenden Kontrollverlust mit dem Grad der Auslagerung seiner IT. Im Bild aus einem Beitrag der Unternehmensberatung Ernst &Young ist dies sehr treffend dargestellt. Beim klassischen Inhouse-Betrieb der IT, hat das Unternehmen bis auf den Internet-Zugang und der Standortvernetzung, alles in der eigenen Verwaltung und Kontrolle.

Wenn es um die Auslagerung der IT geht, können vier verschiedene Stufen der Auslagerung unterschieden werden:

Hosting

Beim Hosting mietet der Kunde vom Grunde her nur eine externe Rechenzentrumfläche an. Damit muss sich das Unternehmen nicht mehr um die technische und physikalische Sicherheit „seines Rechenzentrums“ kümmern. Er mietet einen oder mehrere Serverschränke an. Die Bereitstellung einer ausfallredundanten Stromversorgung (2 Mittelspannungsnetze), Netzersatzanlage (NEA), redundanten Klimaanlage bis hin zur Rauchgasfrüherkennung, Feuerwehraufschaltung, automatischen Feuerlöschanlage Einbruchmeldeanlage und Zutrittskontrollsystem obliegt dem Anbieter. Damit erhält der Kunde ein hochgradig sicheres und ausfallredundantes Rechenzentrum, was sich kein mittelständisches Unternehmen leisten kann.

Infrastructure as a Service (IaaS)

Bei IaaS mietet der Kunde die komplette erforderliche Hardware an, die ihm nicht exklusiv zur Verfügung gestellt wird. Sie ist Teil einer virtualisierten Server- und Speicherplattform. Er kann so viel anmieten, wie er aktuell benötigt. Ändern sich die Anforderungen, kann er kurzfristig weitere Ressourcen mieten oder nicht mehr benötigte Ressourcen wieder abmieten. Auf der angemieteten Infrastruktur installiert und betreibt der Kunde seine Applikationen. Der Betrieb der virtualisierten Infrastruktur obliegt dem Dienstleister, was den Kunden erheblich entlastet.

Platform as a Service (PaaS)

Bei PaaS stellt der Anbieter dem Kunden eine komplett eingerichtete Betriebssystemumgebung zur Verfügung. Der Kunde kann gegebenenfalls seine eigenen Web-Applikationen entwickeln und installieren. Die kompletten Programmierungs- oder Laufzeitumgebungen mit den dynamisch anpassbaren Rechen- und Speicherkapazitäten sowie die Infrastruktur werden vom Anbieter gepflegt. Der Kunde hat somit „nur“ noch die Kontrolle über seine Prozesse und Daten.

Software as a Service (SaaS)

Bei SaaS wird die IT-Infrastruktur und die Anwendungssoftware komplett von einem externen IT-Dienstleister betrieben und vom Kunden als Service genutzt. Für die Nutzung der angemieteten Ressourcen ist nichts weiter als ein internetfähiger Computer und eine Internetanbindung erforderlich. Der Anbieter übernimmt die komplette IT-Administration sowie weitere Dienstleistungen wie Wartungsarbeiten und Updates. Der Kunde muss zwangsläufig seine Prozesse dem Anbieter anpassen und braucht daher keine IT-Abteilung mehr.

PaaS und SaaS sind eindeutig Formen, die dem Public Cloud Computing zuzuordnen sind. IaaS lässt auch eine Implementierung als sogenannte Private Cloud zu – wir sprechen vom Hosted Private Cloud Computing – da der vom Kunden genutzte Teil der Wolke ausschließlich für den Kunden installiert und betrieben wird und somit sicherheitstechnisch von anderen Cloud-Benutzern isoliert ist.

Auf Grund der oftmals sehr sensiblen Unternehmensdaten, die dann zwangsläufig bei Dritten – die nicht dem deutschen Recht unterliegen – gespeichert und verarbeitet werden, verbietet sich im allgemeinen das sogenannte Public Cloud Computing, da das Unternehmen die direkte Kontrolle verliert und die Prozesse beim Cloudanbieter für ihn völlig intransparent sind.

Eine Alternative zu den großen Cloudanbietern sind lokale mittelständische Cloudanbieter, die dem Kunden auch Einblicke in ihre Geschäftsabläufe und Zusicherungen über die Einhaltung der deutschen Datenschutzbestimmungen geben können.

Ein Anbieter für solche Clouddienstleistungen, speziell Hosting und IaaS, ist das mittelständische Unternehmen IBH IT-Service GmbH aus Dresden, das seine Rechenzentren ausschließlich in Dresden betreibt.

Die Angebote zum Hosted Private Cloud Computing vereinigen in sich in der Regel die Vermietung aller erforderlichen Ressourcen inklusive wichtiger Applikationen, als auch den Zugang über qualitativ hochwertige MPLS-Netze mit entsprechenden Verfügbarkeits- und Qualitätsgarantien. Auch der Betrieb eines darauf aufbauenden virtuellen privaten Netzes (VPN) mit einer starken Verschlüsselung ist inbegriffen. Alternativ können auch VPN-Verbindungen über das Internet benutzt werden, wenn die Anforderungen an Verfügbarkeit und Qualität nicht dominant sind.

Bild: Einflussbereiche für die Unternehmen im Vergleich nach Loczewski