Effizienteres Bauen mit Carbonbeton

Sand wird bei der Herstellung zahlloser Alltagsprodukte verwendet. Vor allem aber in der Baubranche ist Sand als Bestandteil von Stahlbeton ein unverzichtbarer Rohstoff. Die weltweit enorme Nachfrage verknappt das Angebot zusehends. So neigen sich natürliche Sandvorräte bspw. in Flussbetten oder Kiesgruben vielerorts dem Ende zu.

Künftig sind also Baustoffe gefragt, die weniger Sand benötigen. Wissenschaftler der TU Dresden haben dafür einen neuartigen Materialverbund entwickelt: Carbonbeton.

„Da Kohlefasern nicht korrodieren, kommen wir beim Einsatz von Carbonbeton mit viel weniger Beton aus und benötigen somit auch deutlich weniger Sand“, sagt Dr. Frank Schladitz, Vertreter des Vorstandes des C³ – Carbon Concrete Composite e. V. und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Massivbau. Der Verein mit über 130 Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft wurde 2014 gegründet und arbeitet an der Markteinführung des hochwertigen Materials.

Mit Carbonbeton können Betonwände aus weniger dicken Platten gebaut und Brücken mit dünneren Betonschichten verstärkt werden. Das führt zu erheblichen Einsparungen bei Rohstoff- und Materialverbrauch. Entsprechend wurde die Innovation bereits gewürdigt: Das C³-Projekt der TU Dresden erhielt in diesem Jahr sowohl den „Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung“ als auch „Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis“ in der Kategorie Forschungseinrichtung.